Sie befinden sich hier: Themen im Fokus. Solare Produktionstechnik.
Solare Produktionstechnik
Neues Leben für alte Module
Die Photovoltaik-Hersteller wollen ausgediente Solarpaneele recyceln.
Module produzieren nicht nur sauberen Strom, sondern werden nach ihrer Lebenszeit auch vom Hersteller zurückgenommen, ihre Bestandteile wiederverwertet. Das freiwillige Rücknahmesystem der Solarbranche, PV Cycle, gilt als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer wirklich grünen Industrie. Doch bei der Umsetzung drohen Probleme.
Eines haben Photovoltaik (PV) und Atomkraft gemein: Beide erzeugen Strom. Doch mehr Gemeinsamkeiten gibt es nicht. Während Solarpaneele friedlich die Sonne einfangen, produzieren Kernkraftwerke gefährliche Strahlung und Müll. Weit auseinander liegt auch das, was von den beiden Kraftwerkstypen nach Außerdienststellung übrig bleibt: radioaktive Meiler einerseits, deren Abbau und Entsorgung Ingenieure vor schwierige Aufgaben stellt, andererseits Solarmodule, die jeder mit dem Schraubendreher einfach demontieren und verschrotten kann.
Doch als Abfall sind Module keineswegs grün, denn sie setzen sich aus vielen, zum Teil toxischen Komponenten zusammen. Ein Siliziummodul etwa besteht – bezogen auf das Gewicht – zu über 60 Prozent aus Glas. Die Kunststoffe für die Laminierschichten, die Rückseitenfolien, Kabel und Anschlussbox sowie das Aluminium für den Rahmen summieren sich auf über 30 Prozent. Die Zelle ist mit Kontakten aus Silber versehen und wird anschließend mit anderen Zellen verlötet, wobei Blei verwendet wird. Dünnschichtmodule sind nicht harmloser: Einige bestehen aus Cadmium-Tellurid (CdTe), einer Verbindung aus zwei Elementen, die umwelt- und gesundheitsschädlich sind, wenn sie freigesetzt werden. Andere Dünnschichtpaneele basieren auf Kupfer. Ihnen wird – je nach Prozess – Indium, Gallium, Selen oder Schwefel beigemengt sowie hochgiftiges Cadmiumsulfid, das die Absorberschicht schützt.
Module sind demnach nicht bloß Hausmüll, sondern ähneln in ihrer Zusammensetzung Elektrogeräten wie zum Beispiel Flachbildschirmen. Die EU verpflichtet die Elektronikindustrie mit der WEEE-Richtlinie (Waste Electrical and Electronic Equipment) dazu, ihre Altgeräte fachgerecht zu entsorgen, also den Schrott zumindest zum Teil zu recyceln. So erhalten die Hersteller für ihre Elektronik nur dann eine Zulassung, wenn sie sich entsprechend ihrer Warenmenge anteilig an der Entsorgung beteiligen und die Geräte keine bedenklichen Stoffe beinhalten.










