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Solare Produktionstechnik
Europäer auf Innovationskurs
Photovoltaikhersteller starten die Aufholjagd auf asiatische Vorreiter.
2009 sorgten vor allem chinesische Photovoltaikproduzenten für Furore: Sie warteten mit effizienteren Techniken auf, senkten massiv ihre Kosten, eroberten so Marktanteile. Europas Solarindustrie legt nun nach: Diverse viel versprechende Techniken sollen bald in die Serienfertigung übertragen werden.
Die jüngste solare Erfolgsmeldung stammt nicht etwa aus China oder den USA, sondern aus Holland: Der norwegische Solarkonzern REC und das Energieforschungszentrum der Niederlande (ECN) fertigten im Dezember in einer Pilotlinie des Instituts eine Solarzelle aus multikristallinem Silizium mit 17 Prozent Wirkungsgrad. Damit hat die Kooperative den Effizienzrekord bei dieser Technik zurückerobert. Im September hatte sie die Effizienzkrone zwischenzeitlich an den chinesischen Solarproduzenten Suntech Power abgeben müssen, der mit seinen Multis 16,53 Prozent erreichte und den alten Spitzenwert von REC/ECN von 16,4 Prozent somit knapp übertraf.
Das neue Rekordmodul besteht aus sogenannten Metal-Wrap-Through (MWT)-Zellen, bei denen sich die Stromanschlüsse auf der Rückseite befinden. So wird die Vorderseite weniger verschattet, und die Zellen können komplett rückseitig zu einem Modul verschaltet werden. Das erhöht den Wirkungsgrad und vereinfacht die Produktion, was Kosten spart. „Wir haben das Modul in einem industrienahen Umfeld hergestellt. Der nächste Schritt wäre die kommerzielle Produktion“, sagt ECN-Geschäftsführer Ton Hoff.
Mit dem neuen MWT-Modul melden sich europäische Forscher und Ingenieure im Wirkungsgrad-Rennen eindrucksvoll zurück. Damit Sonnenstrom mit konventioneller Energie konkurrieren kann, muss die Industrie die Kosten für Solartechnik weiter deutlich senken. Wichtige technische Errungenschaften erzielten zuletzt jedoch vor allem asiatische und US-Hersteller. Chinesische Spitzenproduzenten wie Suntech oder Yingli senkten die Herstellkosten für kristalline Siliziummodule weit unter die Zwei-Dollar-Grenze, Dünnschicht-Marktführer First Solar produziert seine auf Cadmium-Tellurid basierenden Module sogar bereits für 0,85 Dollar – weit kosteneffizienter als die Konkurrenz. Europas Solarfirmen geizten im Krisenjahr 2009 dagegen mit Innovationen, verloren deshalb deutlich Marktanteile.










