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Solare Produktionstechnik
Solarmärkte verlagern sich
Eigentlich würde man nach der Atomkatastrophe in Japan einen weltweiten Ansturm auf Module erwarten. Förderkürzungen in vielen Ländern Europas bremsen jedoch die Photovoltaik. Größeres Wachstum erwarten Experten vorerst nur in Asien und den USA. Dort Fuß zu fassen, wird für europäische Hersteller allerdings schwierig.
In Deutschland naht das Ende des Atomzeitalters. Kaum hatten das Erdbeben und der Tsunami am 11. März in Japan das Kernkraftwerk Fukushima zerstört, fasste die deutsche Bundesregierung Beschlüsse für einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien. Die KfW-Bank soll statt Bürgschaften bald günstige Kredite für neue Offshorewindparks in Nord- und Ostsee geben. Zudem werden neue Stromtrassen entstehen, die den vor den Küsten produzierten Strom ins Binnenland transportieren. Experten loben Berlins Offshorekurs, denn sie sprechen der Windkraft großes Potenzial zu. „2020 können in Deutschland bereits über 20 Prozent des erzeugten Stroms aus dieser Quelle kommen“, erklärt Jürgen Schmid, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik. Zum Vergleich: Die Atomenergie hat derzeit einen Anteil von 22 Prozent am Strommix. Die dreiflügeligen Stromerzeuger könnten die deutschen Meiler also komplett ersetzen.
Während die Windkraft zum Zugpferd der Energiewende werden soll, scheint die Photovoltaik (PV) in Berlin in Ungnade gefallen zu sein. Laut Bundesnetzagentur wurden in Deutschland voriges Jahr 7.247 Megawatt PV-Leistung neu installiert – fast doppelt so viel wie 2009. Das schnelle Wachstum hat die Förderkosten für die Sonnenenergie, die gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) den Verbrauchern in Rechnung gestellt werden, in die Höhe getrieben: Die EEG-Umlage stieg 2011 um 70 Prozent auf 3,53 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Deshalb kappt die Bundesregierung jetzt die Solartarife: Im Januar fiel die Vergütung bereits um 13 Prozent, schon im Juli steht die nächste Absenkung um bis zu 15 Prozent an, und ab März 2012, so die jüngsten Erwägungen Berlins, könnten die Tarife nochmals um weitere sechs Prozent gekürzt werden.










