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Solare Produktionstechnik
Solarindustrie unter Zugzwang
Die Photovoltaikfirmen stehen wegen hoher Förderkosten in der Kritik.
Die deutsche Solarbranche fürchtet, dass der Bund ihr aufgrund ihres rasanten Wachstums einen Förderdeckel aufbrummt. Mit einem Fahrplan will sie nun Wege aufzeigen, wie die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik möglichst schnell erreicht werden kann.
Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) agiert derzeit in einer ungewohnten Rolle. Bisher konnte er als Speerspitze einer hoch akzeptierten Branche ungehemmt Politik für seine Klientel machen: Ob beim Photovoltaik (PV)-Vorschaltgesetz 2004 oder der jüngsten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) – wenn es was zu fordern gab, war der BSW dabei. Jetzt ist der Verband in die Defensive geraten. Denn steigende Förderkosten haben das positive Image der Solarenergie angekratzt.
Die von allen Stromkunden mit der Stromrechnung bezahlte Umlage zur Förderung von Wind-, Sonnen- und Biomassestrom steigt zum Jahreswechsel um 70 Prozent auf 3,5 Cent pro Kilowattstunde. Das teilten die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber EnBW Transportnetze, Tennet, Amprion und 50-Hertz Mitte Oktober offiziell mit. Insgesamt werden die deutschen Verbraucher damit im kommenden Jahr den Ökostrom mit 13 Milliarden Euro fördern. Für einen Durchschnittshaushalt dürfte das jährliche Mehrkosten von 60 Euro bedeuten. Die PV gilt als größter Kostentreiber. Die Übertragungsnetzbetreiber schätzen, dass der Solarzubau in Deutschland dieses Jahr um 5.500 Megawatt auf 9.500 Megawatt hochschnellen wird.
Und für Verbraucher dürfte es noch teurer werden. Auch im kommenden Jahr wird trotz Absenkung der Solarstromvergütung um 13 Prozent zum 1.1.2011 mit 9.500 MW PV-Zubau gerechnet. „Die Modulpreise sind flexibel genug und können um 15 bis 20 Prozent sinken“, erklärt iSupply-Analyst Stefan deHaan. Tritt die Vorhersage von 9.500 MW ein, werden hierzulande bereits Ende 2011 stattliche 28.899 MW Solaranlagen am Netz sein. Damit hätte die PV die Atomkraft bei der installierten Leistung locker überholt: Alle in Deutschland installierten Kernreaktoren bringen es auf 21.000 MW.










