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Solare Produktionstechnik
Solarglas wird günstiger
Glasfirmen entwickeln Speziallinien für die Photovoltaik.
Glasproduktion, Glasveredelung und die Herstellung von Solarmodulen liefen bisher getrennt voneinander ab. Lange Transportwege und viel Glasbruch haben die Kosten in die Höhe getrieben. Integrierte Fabriken, in denen Scheiben und Module unter einem Dach produziert werden, sollen künftig Logistikkosten sparen – und so dazu beitragen, dass die Photovoltaik wettbewerbsfähig wird.
Die Entwicklung von Photovoltaik (PV)-Systemen, die günstiger Strom produzieren als konventionelle Kraftwerke, ist weltweites Ziel der Forscher und Ingenieure. Eine neue, speziell auf den Bedarf der PV ausgerichtete Glasproduktion lässt dieses Ziel jetzt näher rücken. Die Fabrik, die spätestens 2015 angeboten werden soll, ist mit einer Tagesproduktion von 30 bis 50 Tonnen deutlich kleiner als bisherige Glaswerke und kann somit leicht in eine Modulfabrik integriert werden. Dadurch sollen die Transportkosten deutlich sinken. Noch treiben lange Wege die Preise für Solarglas. Die Modulhersteller beziehen ihre ultraweißen Deck- und Trägergläser aus Linien oder Veredelungen, die oft viele Hunderte Kilometer von ihren Produktionsstandorten entfernt sind.
Entwickelt wird die Fabrik von der Firma Fickert + Winterling aus Marktredwitz in Oberfranken und anderen Glasspezialisten im Rahmen des Netzwerks Solarvis. Fickert + Winterling gilt als einer der führenden Hersteller von Walzanlagen. „Wir glauben, dass eine Inhouse-Lösung für Modulhersteller eine interessante Lösung sein kann“, sagt Entwicklungschef Werner Haag. Die „Mini-Glasfab“ nährt die Hoffnung auf sinkende Solarstromkosten. Zwar klingt es zunächst widersprüchlich, für Kostenersparnisse auf kleinere Produktionen zu setzen – je größer der Output ist, so die einfache ökonomische Regel, desto billiger wird die Ware. In der Spezialglas-Produktion liegt das größte Einsparpotenzial jedoch bei der Logistik. Sabine Hönig von der TU Bergakademie Freiberg schätzt, dass auf den Transport und die Veredlung drei Viertel der Kosten des Solarglases entfallen. Bei zehn Euro pro Quadratmeter, für die das Material derzeit angeboten wird, sind das also immerhin fast sieben Euro.










